Pflegegrad beantragen – so gelingt der Einstieg
Du oder ein Angehöriger benötigt Unterstützung im Alltag? Dann solltest du prüfen, ob ein Pflegegrad in Frage kommt. Hier zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du einen Antrag stellst – und welche Tools dich dabei kostenlos unterstützen.
Was ist ein Pflegegrad?
Der Pflegegrad beschreibt, wie stark ein Mensch in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt ist – zum Beispiel beim Waschen, Anziehen oder der Orientierung. Es gibt fünf Pflegegrade – je höher der Grad, desto mehr Leistungen werden durch die Pflegeversicherung bewilligt.
- Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung
- Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung
- Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung
- Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung
- Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
💡 Tipp: Nutze den Pflegegradrechner, um eine erste Einschätzung zu erhalten – einfach und anonym.
Wer stellt den Antrag?
Der Antrag kann entweder durch die pflegebedürftige Person selbst oder durch eine bevollmächtigte Person (z. B. Angehörige) gestellt werden. Wichtig ist: Der Antrag muss vor dem ersten Gutachten erfolgen.
Wie läuft der Antrag ab?
- 📞 Kontakt zur Pflegekasse aufnehmen (telefonisch oder schriftlich)
- 📝 Formloser Antrag stellen (ein Satz genügt: „Ich beantrage Leistungen der Pflegeversicherung“)
- 📅 Termin zur Begutachtung durch den MD (gesetzlich) oder Medicproof (privat) wird vereinbart
- 📄 Nach dem Termin: Pflegegrad-Bescheid abwarten (dauert meist 2–4 Wochen)
Wie kann ich mich vorbereiten?
Die Vorbereitung auf das Begutachtungsgespräch ist wichtig, damit der tatsächliche Hilfebedarf realistisch eingeschätzt wird. Nutze dafür unsere kostenlosen Tools:
- 🗂 Antrag vorbereiten – das interaktive Tool hilft dir, Schritt für Schritt alle nötigen Unterlagen und Informationen zu sammeln
- 🧭 Interaktiver Pflegewegweiser – beantwortet die häufigsten Fragen und hilft dir, die richtigen Schritte zu gehen
Außerdem hilfreich:
- Ein einfaches Pflegetagebuch führen (z. B. 3–7 Tage lang den Unterstützungsbedarf dokumentieren)
- Aufschreiben, bei welchen alltäglichen Dingen Hilfe nötig ist – z. B. Essen, Hygiene, Mobilität, Orientierung
- Notieren, welche Hilfsmittel gebraucht werden – z. B. Rollator, Duschhocker, Notrufsystem
Mehr Tipps und vertiefende Inhalte erhalten Sie in unseren Online-Pflegekursen, die flexibel und von zuhause aus besucht werden können.
Was passiert nach dem Gutachten?
Das Gutachten enthält eine Einschätzung über den Grad der Selbstständigkeit in sechs Bereichen (z. B. Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Selbstversorgung). Die Pflegekasse entscheidet auf dieser Basis über den Pflegegrad.
Wenn du mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist, kannst du Widerspruch einlegen. Wir unterstützen dich gerne mit Vorlagen und Tipps.
Was bringt ein Pflegegrad konkret?
Je nach Pflegegrad stehen dir verschiedene Leistungen zu – z. B.:
- monatlicher Entlastungsbetrag (131 €)
- Pflegegeld für häusliche Pflege (ab PG 2)
- Pflegesachleistungen (z. B. ambulanter Pflegedienst)
- Hilfsmittel, Wohnraumanpassung, Tagespflege etc.
Mehr dazu findest du im Pflegeleistungsrechner auf unserem Portal.
📌 Fazit
Ein Pflegegrad ist der Schlüssel zu vielen wichtigen Leistungen – von Beratung über finanzielle Unterstützung bis zu Hilfsmitteln. Mit etwas Vorbereitung gelingt der Antrag meist problemlos. Unsere kostenlosen Tools helfen dir dabei.
Veröffentlicht am 7. August 2025 von Pflegehilfe Hameln | ⬅ Zurück zur Blog-Übersicht